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Nach fünf Jahren Bauzeit: Hörselbergschule feiert offiziellen Neustart

Mit einer Feierstunde und einem Tag der offenen Tür ist die umfassend sanierte Hörselbergschule am 29.06.2026 offiziell ihrer Bestimmung übergeben worden. Gäste aus Politik, Verwaltung, Schule und Gemeinde nahmen an der Einweihung teil. In ihren Grußworten würdigten Landrat Dr. Michael Brodführer, Bürgermeister Jörg Schlothauer und Schulleiter Pierre Schmiedeknecht die erfolgreiche Sanierung und die Leistungen aller Beteiligten.

Landrat Dr. Michael Brodführer bezeichnete die rund fünfjährige Bauzeit als große Gemeinschaftsleistung. Rund 7,8 Millionen Euro seien in die Modernisierung des Schulgebäudes investiert worden. Die Investition sei ein klares Bekenntnis des Wartburgkreises zu einer leistungsfähigen Bildungslandschaft. Die Hörselbergschule leiste eine enorm wichtige Arbeit für die Region und gehöre zu den Zukunftsschulen des Wartburgkreises. Bereits ihr Name verdeutliche die enge Verbundenheit mit der Heimatregion. Sein Dank galt den Lehrkräften und Schülerinnen und Schülern, die die Belastungen während der Bauzeit mit großem Engagement und viel Geduld getragen hätten. Ebenso würdigte er die Arbeit der Planer, Handwerksbetriebe und aller beteiligten Firmen, die das anspruchsvolle Bauvorhaben erfolgreich umgesetzt hätten.

Auch Bürgermeister Jörg Schlothauer hob die enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen der Gemeinde Wutha-Farnroda und der Schule hervor. Die Hörselbergschule sei ein wichtiger Bestandteil des Gemeindelebens und weit mehr als ein Ort des Lernens. Die gute Kooperation zwischen Schule, Gemeinde und Bauhof habe sich insbesondere während der Bauzeit bewährt und wesentlich dazu beigetragen, den Schulbetrieb trotz aller Einschränkungen aufrechtzuerhalten.

Schulleiter Pierre Schmiedeknecht blickte in seiner Rede auf die vergangenen fünf Jahre zurück. „Fünf Jahre lang wurde gebaut, geplant, improvisiert und immer wieder neu organisiert“, sagte er. Unterricht zwischen Baustellenlärm, häufigen Raumwechseln und ständig wechselnden Bedingungen habe den Alltag geprägt. Eine Mitarbeiterin des Thüringer Qualitätsinstituts habe die Situation bei einem Schulbesuch treffend beschrieben: „Sie arbeiten also dauerhaft im Notmodus.“ Nach der Baustelle, stellt nun die angespannte Personalsituation die Schule vor große Herausforderungen.

Besonders dankte Schmiedeknecht den Schülerinnen und Schülern sowie dem Kollegium für ihre Geduld, ihr Engagement und ihre Flexibilität. Dank sprach er außerdem dem Wartburgkreis als Schulträger, der Gemeinde Wutha-Farnroda, dem Bauhof sowie allen Planern, Architekten, Ingenieuren, Handwerksbetrieben und Mitarbeitenden des Landratsamtes aus. Ein besonderer Gruß galt der ehemaligen Schulleiterin Heike Heilwagen, die wichtige Grundlagen für das Bauprojekt geschaffen habe.

In seiner Rede betonten sowohl der Landrat wie auch der Schulleiter die gesellschaftliche Bedeutung der Hörselbergschule als Ort der Bildung, Begegnung und Integration und Werten. Zugleich richtete Pierre Schmiedeknecht einen Appell an die Bildungspolitik. Trotz des modernen Schulgebäudes bleibe die Unterrichtsversorgung die größte Herausforderung. „Unsere größte Baustelle befindet sich inzwischen nicht mehr vor der Tür, sondern in der Unterrichtsversorgung“, sagte Schmiedeknecht. Bedauerlich sei aus seiner Sicht zudem gewesen, dass kein Vertreter des Staatlichen Schulamtes der Einladung zur offiziellen Inbetriebnahme der Schule gefolgt sei. Gerade nach fünf Jahren Bauzeit wäre dies aus seiner Sicht ein passender Anlass gewesen, den Neustart gemeinsam zu begleiten. Er warb außerdem für eine stärkere Investition in Lehrkräfte und Schulsozialarbeit und kündigte an, dass sich die Schule künftig als Umweltschule zertifizieren lassen möchte.

Im Anschluss an die Feierstunde nutzten zahlreiche Besucher die Gelegenheit, die modernisierten Räume beim Tag der offenen Tür kennenzulernen. Das abwechslungsreiche Programm bot Einblicke in das vielfältige Schulleben: Geöffnet waren unter anderem die Fachräume, in denen Lehrkräfte naturwissenschaftliche Experimente präsentierten. Daneben konnten sich Interessierte über die Berufsorientierung an der Schule informieren. Ein Kuchenbasar sorgte für das leibliche Wohl, während sportliche Angebote wie Tischtennis zum Mitmachen einluden. Ergänzt wurde das Programm durch zahlreiche weitere Mitmachaktionen und Präsentationen, sodass sich Eltern, ehemalige Schülerinnen und Schüler sowie einige Gäste ein umfassendes Bild von der neu gestalteten Hörselbergschule machen konnten.

Nach fünf Jahren im „Dauer-Notmodus“ beginnt für die Hörselbergschule nun ein neues Kapitel – in einem modernen Gebäude, das beste Voraussetzungen für zeitgemäßen Unterricht und ein lebendiges Schulleben bietet.

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