
Wutha-Farnroda, 28. Februar 2025 – Flucht ist mehr als nur eine politische Debatte – sie bedeutet Angst, Hoffnung und den schwierigen Neuanfang in einem fremden Land. Genau das machten die Schülerin Yana Kaplun (Ukraine) und die Schüler Amjad Baidoun (Syrien) und Shayeq Naseri (Afghanistan) in ihrer Ausstellung „Neue Heimat Wutha-Farnroda? Flucht und Migration aus Afghanistan, Syrien und der Ukraine“ eindrucksvoll erlebbar. Die von Pierre Schmiedeknecht und Edeltraud Eberle betreute Präsentation fesselte die Besucher mit persönlichen Schicksalen, erschütternden Fluchtgeschichten und einem liebevollen Blick auf die Heimatländer der Schüler.
Bewegende Berichte von jungen Geflüchteten
Ein zentraler Bestandteil der Ausstellung waren Interviews mit Jugendlichen aus der Ukraine, Syrien und Afghanistan, die selbst Flucht und Migration erlebt haben. In teils emotionalen, teils erschütternden Berichten schilderten sie ihre Gründe für die Flucht, die Risiken der Reise und die Herausforderungen, die sie in Deutschland erwarteten. Besonders eindrucksvoll war die detaillierte Darstellung der Fluchtrouten, die zeigte, wie gefährlich und beschwerlich der Weg nach Europa sein kann – sei es über das Mittelmeer, durch Gebirge oder über lange Landwege mit fragwürdigen Schleusern.
Einblick in die Herkunftsländer
Neben den Fluchtgeschichten gaben die Schüler auch einen Überblick über die kulturellen, geografischen und wirtschaftlichen Aspekte ihrer Herkunftsländer. Fotografien, Kleidung, traditionelle Gegenstände und Informationsmaterial boten den Besuchern die Möglichkeit, sich ein umfassendes Bild von Afghanistan, Syrien und der Ukraine zu machen.
Demografische Entwicklung in Wutha-Farnroda
Ergänzend wurde die Bevölkerungsentwicklung in Wutha-Farnroda in den letzten zehn Jahren analysiert. Die Schüler stellten aktuelle Statistiken vor, die zeigen, dass insbesondere Syrer, Bulgaren und Ukrainer zu den größten migrantischen Bevölkerungsgruppen in der Gemeinde zählen.
Die Ausstellung thematisierte auch die Integration geflüchteter Schüler in Wutha-Farnroda. Es wurde gezeigt, wie sich der Umgang mit Migration und Vielfalt in der Schule entwickelt hat und welche Herausforderungen dabei bestehen. Ein besonderer Fokus lag auf den Deutsch-als-Zweitsprache (DAZ)-Schülern, deren sprachliche und schulische Fortschritte anhand von Beispielen und Unterrichtsmaterialien dargestellt wurden. Besucher konnten sich über Förderangebote informieren und sehen, wie sich die Sprachkenntnisse der Schüler über die Jahre verbessert haben.
Lehrkräfte berichteten über ihre Erfahrungen mit der Integration von Schülern aus verschiedenen Herkunftsländern und die Bedeutung von interkulturellem Austausch für das gemeinsame Lernen. Auch einige Schüler schilderten, wie sie sich in Wutha-Farnroda aufgenommen fühlen und welche Herausforderungen sie im Schulalltag meistern müssen.
Kulinarische Einblicke: Spezialitäten aus verschiedenen Ländern
Neben den informativen Präsentationen war auch die kulinarische Vielfalt der Herkunftsländer ein Highlight der Ausstellung. Besucher hatten die Gelegenheit, landestypische Speisen aus Afghanistan, Syrien und der Ukraine zu probieren. Von Syrniki und Blinis aus der Ukraine über Falafel und Mujadara aus Syrien bis hin zu Bolani und Shawarma aus Afghanistan.
Resonanz und Fazit
Obwohl die Ausstellung fundierte Informationen und anschauliche Darstellungen bot, blieb die Besucherzahl relativ gering. Neben dem Bürgermeister und wenigen interessierten Bürgern besuchten auch einige Schüler der Regelschule die Veranstaltung. Die Anwesenden lobten jedoch die sachliche Aufbereitung des Themas und betonten die Relevanz von Projekten dieser Art.
Die Schülerinnen und Schüler bedankten sich bei den Besuchern für ihr Interesse und die geführten Gespräche. Die Ausstellung sollte dazu beitragen, die Hintergründe von Flucht und Migration verständlicher zu machen und zum Austausch über das Thema anzuregen.
